Volunteering in Tansania - Volunteering abroad - Kigamboni Community Center (Tansania)
Afrika Leben im Ausland

Volunteering abroad – Kigamboni Community Center (Tansania)

8. August 2014: Mein erster Flug außerhalb Europas. Am frühen Morgen lande ich am Julius Nyerere International Airport in Dar Es Salaam, Tansania. Es ist noch dunkel als ich aus der Tür trete und das Schild mit meinem Namen suche. Rama, ein Mitarbeiter des Kigamboni Community Center, soll mich hier abholen. Er fährt mit mir in den District Kigamboni. Hier werde ich die nächsten fünf Wochen leben und arbeiten. Mein Volunteering abroad beginnt…


Das Kigamboni Community Center (KCC)

Der Bezirk Kigamboni gehört zu der größten Stadt in Tansania, Dar Es Salaam. Sie liegt im Osten des Landes direkt am indischen Ozean. Das Community Center wurde hier 2007 von vier Freunden gegründet. Aufgrund eigener Erfahrungen schufen sie eine Einrichtung. Diese soll den Kindern und Jugendlichen helfen, zu eigenständigen Erwachsenen heranzuwachsen. Das KCC versucht, den Kindern in Kigamboni Kenntnisse und Fähigkeiten zu vermitteln. Denn jeder kann etwas und wenn er dies weitergibt, dann ist den Kindern schon ein Stück weit geholfen. Seit 2009 ist des Center  ein offiziell eingetragener gemeinnütziger Verein.

Die Universität zu Köln besitzt Kontakte zu diesem Verein, welche es mir ermöglichen, mein Praktikum hier zu machen. Das Community Center besitzt vier Teilbereiche der Arbeit. Zum Einen den Unterricht, welcher vergleichbar ist mit schulischem Unterricht. Das Soziale sowie Freizeitaktivitäten, welche nachmittags dort stattfinden. Und als letzten den Business Bereich. Das Community Center empfängt pro Jahr mehrere internationale Volontäre, welche sie in ihrer Arbeit unterstützen.

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Meine Arbeit

Bevor meine Kommilitoninnen und ich nach Tansania flogen, machten wir uns bereits Gedanken, was wir dort machen könnten. Neben einem Projekt, welches wir vor Ort mit den Kindern und Jugendlichen umsetzen wollten entschieden wir uns für ein zweites kleineres Projekt. Dies war auf die gesundheitliche Versorgung der Menschen bezogen. Ich organisierte mehrere Zahnbürsten und Zahnpasta, welche wir den Kindern dort schenken wollten. Das Ziel war es, den Kindern die Zahnpflege näher zu bringen. Die Umsetzung bereitete nicht nur den Kindern eine Menge Spaß.

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Neben dieser Aktion unternahmen wir verschiedene andere Dinge mit den Bewohnern des ‘homeless shelter’. Neben gemeinsamen Musizieren und Malen besuchten wir mit den Jungs den Strand. Wir gingen über den Markt, um Lebensmittel zu kaufen. Anschließend kochten wir, zur Abwechslung neben all den Reisgerichten, gemeinsam Nudeln mit Gemüse.

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Unsere selbst bedruckten Shirts und Jutebeutel

Das Hauptprojekt während meines Volontariats war das Bedrucken von Shirts und Jutebeuteln. Die Motive dafür überlegten wir uns gemeinsam mit den Jugendlichen und dem art director des Kigamboni Community Center. Wieder in Deutschland haben wir die Taschen und T-Shirts an der Universität und über das Internet verkauft. Den Erlös haben wir dem KCC gespendet.

Besonders nervenaufreibend war die Vorbereitung der Motive. Mehrere handgefertigte Zeichnungen mussten mit Rasierklingen aus Papier ausgeschnitten werden. Anschließend wurde diese Vorlagen mittels Siebdruck auf die zuvor geschneiderten Shirts und Taschen gedruckt. Zu guter letzte trocknete die Sonne die Farbe und im Notfall ein Fön.

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Afrika, eine andere Welt

Mich hat es einige Überwindung gekostet, meine eigene heile Welt zu verlassen und nach Tansania zu reisen. Zwischen meinen Erwartungen, der Freude auf eine hoffentlich spannende Zeit vermischte sich auch ein wenig Angst mit meinen Gefühlen. Dort angekommen, dachte ich zuerst nur eines. Ich will zurück! Meine Gastfamilie hatte mir extra ein Zimmer zu schlafen frei gemacht. Dafür schliefen meine ‘Geschwister’ zu viert in einem Bett. Das Badezimmer bestand aus einem Eimer Wasser und einer Hocktoilette im Boden ohne Wasserspülung. Im Dach offenbarten sich bei Regen einige Löcher. Das besonders reishaltige Essen wurde über einen offenen Feuerstelle gekocht. Und die Klamotten wurden per Hand gewaschen.

Die Kinder spielten mit Murmeln oder bastelten sich aus Müll Spielsachen. Ihre Klamotten hatten Löcher und waren von dem Staub der Straßen verdreckt. Frauen trugen ihre Einkäufe auf dem Kopf in die Häuser. Auf Fahrrädern, denen ich misstraute, fuhren die Menschen zur Arbeit. Es gab hauptsächlich Schotterstraßen, der Strom fiel mehrmals pro Tag aus. Kein Fernseher, Radio oder Kühlschrank in den Häusern war das Leben hier so viel anders als daheim.

Und doch gefiel es mir irgendwie. Als ich mich erst einmal an die Situation gewöhnt hatte und meinen Alltagstrott gefunden hatte, fiel mir auf, wie zufrieden und glücklich die meisten Menschen hier waren. In meiner gesamten Zeit sah ich kaum ein Kind weinen oder quengeln. Die Frauen saßen um ihre Wascheimer oder Kochtöpfe herum und unterhielten sich neben ihrer Arbeit. Ganze Generationen lebten unter einem Dach und teilten sich die Arbeit. Es gab keinen Stress, keine Hektik. Man nimmt das Leben hier wie es kommt.

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Auslandspraktikum – ja oder nein?

Viele fragen mich heute, ob ich nochmal ein Praktikum oder ein Volontariat im Ausland machen würde? Meine Antwort: definitiv ja!

All die Erfahrungen, die ich in dieser unglaublich spannenden Zeit machen durfte, möchte ich nicht missen. Natürlich ist das Leben in solchen Ländern und Regionen nicht immer einfach. Viele Dinge aus meinem Leben hier in Deutschland habe ich vermisst. Ein richtiges Badezimmer mit Dusche und Toilette. Eine Waschmaschine, die auf Knopfdruck meine Klamotten wäscht. Den Supermarkt, der alles vorrätig hat. Und das sogar in Kühlschränken (nicht zu vergessen: Yogurt- und Käseprodukte). Und vieles mehr. Doch das Leben läuft trotzdem weiter und alles funktioniert irgendwie.

Des weiteren hat sich meine Sichtweise auf bestimmte Dinge verändert. Ich mache mir nicht mehr so viel Stress, tausend Sachen auf einmal zu tun. Manchmal lehne ich mich einfach in meinem Stuhl zurück und genieße den Moment. Die Bahn kommt erst in 10 Minuten. Okay, dann warte ich halt. Ich brauche nicht rund um die Uhr mein Handy in der Hand zu halten, aus Angst etwas zu verpassen. Auch wenn ich erst zwei Stunden später eine Nachricht lese oder die neuesten News höre, sind diese noch aktuell.

Also, nehmt euren Mut zusammen, und macht euers nächstes Praktikum im Ausland. Die Kinder dort werden es euch danken! 🙂

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